Etwa 300 Schülerinnen und Schüler haben vom 17. – 19.06.19 an den jährlich stattfindenden Eli- Nachhaltigkeitstagen an der Elisabethenschule in Hofheim teilgenommen. Die Elisabethenschule ist seit fast 10 Jahren Partnerin der Clément-Stiftung. Die Stiftung setzt sich u.a. zum Ziel, Kinder und Jugendliche sowohl theoretische Inhalte als auch praktische Anwendungen für die Mitgestaltung ihrer Zukunft zu vermitteln. Die Kinder sollen dabei mit Umweltthemen und ökologischen sowie nachhaltigen Lebensweisen vertraut gemacht werden.

Auch in diesem Jahr haben die unterschiedlichen Workshops der Nachhaltigkeitstage wieder großes Interesse bei den Schülerinnen und Schülern geweckt. Die Aktionstage wurden mit der bundesweiten Bildungsveranstaltung, die Multivision „REdUSE – Über unseren Umgang mit den Ressourcen der Erde“ eingeleitet. Im Fokus des Projekts „REdUSE“ stehen einerseits die nicht nachwachsenden Ressourcen wie Erze, Mineralien und Seltene Erden. Europas Industrie und seine moderne Informationsgesellschaft verbrauchen enorme Mengen an solchen nicht erneuerbaren Ressourcen und sind abhängig vom Abbau und der Belieferung von Ressourcen aus anderen Ländern. Die Frage, wie gerade hier nachhaltig und möglichst ohne Abhängigkeit gewirtschaftet werden kann, ist von zentraler Bedeutung. Gerade Jugendliche nutzen modernste Informationstechnik und tauschen rasch die „alten“ durch neue Geräte aus. Sie sind als Nutzer auf eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik und bessere Recyclingmöglichkeiten angewiesen. Bei der Veranstaltung wurden Zusammenhänge vermittelt und das eigene Handeln für globale Entwicklungen bewusst gemacht: Nur durch eine schrittweise, aber konsequente Veränderung der Lebensweise, kann die Umwelt vor weiterem Schaden bewahrt und die  natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen dauerhaft vor Übernutzung geschützt werden. In dem interaktiven Teil, der sich an die Multivisionsschau anschloss, diskutierten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Moderatoren und Nachhaltigkeitsexperten über konkrete Alltagslösungen.

Die Nachhaltigkeitstage setzten sich in Form weiterer Workshops fort. So wurde beispielsweise von Maria Gubisch und Desiderio Triolo, Referenten des Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V. (EPN Hessen) ein Workshop zu Fairer Mode und Textilien gegeben, dabei lernten die Kinder alle Schritte von der Baumwollpflanze bis zum Kleidungsgeschäft kennen. Laut den Referentinnen waren die Kinder über die vielen Schritte und vor allem über die weiten Entfernungen zwischen den Verarbeitungsschritten überrascht – mehr als einmal um den Äquator, was offenbar umweltschädlich ist. Auch die Preisgestaltung wurde kritisch bewertet. Der niedrige Lohn der Näherin erschreckte und wurde als unangemessen und ungerecht empfunden. Mit neuem Wissen und Erfahrung ausgestattet haben die Schülerinnen in örtlichen Bekleidungsgeschäften nachgefragt und einige Passanten interviewt. Wenige wussten über die Umstände hinter dem Kleidungskauf Bescheid; manche interessierten sich kaum dafür, was die SchülerInnen ihnen darüber erzählen konnten. Dies zeigt den Schülern, dass es großer Aufklärung in der breiten Bevölkerung zu diesem Thema bedarf. „Die SchülerInnen werden ab jetzt bewusster mit ihrer Kleidung umgehen. Sie überlegten, weniger oder Höherwertigeres zu kaufen“, so die Referenten.

Ein weiterer Workshop der EPN Hessen setzte sich mit dem Thema Faire IT auseinander. Hierbei wurde u.a. vermittelt, in welcher Verbindung unser Konsum mit Menschenrechtsverletzungen, Krieg und Naturzerstörung steht. Als besonders bewegend entwickelte sich eine fiktive Diskussion, in der ein Schüler die Rolle eines Menschenrechtlers übernahm und die Menschenrechte vehement gegen andere Schüler verteidigte, die die Rolle eines Großunternehmers einnahmen. Durch eine selbst hergestellte Handysammelbox konnten die SchülerInnen etwas erstes Konkretes tun und sich dabei überlegen, wie sie in Zukunft durch bewussteren Konsum die Menschrechte der Produzenten bewahren können.

In einem Projekt zum Thema „Artenvielfalt auf der Wildblumenwiese“ durften die Kinder mit der Umweltpädagogin, Frau Kirsten Reichelt-Färber, sogar die Kreisbeigeordnete Frau Madlen Overdick, besuchen. Dort waren die SchülerInnen besonders an Tipps zu nachhaltigem Verhalten und an den Aktivitäten des Main-Taunus-Kreises in den Bereichen Klimaschutz, Förderung der Artenvielfalt und Umweltbildung interessiert. Frau Overdick hat sich viel Zeit zur Beantwortung der Fragen genommen. Die Diskussion mit den interessierten Schülern hat ihr gezeigt, dass es seitens der Kinder auch konkrete Erwartungen an die Kommunalpolitik gibt. „Gerade bei der öffentlichen Diskussion, um was es jungen Menschen bei Fridays for Future wirklich geht, hat mir dieses Gespräch noch einmal deutlich gemacht, wie gut informiert viele dieser Altersgruppe sind und wie viel Verantwortung sie heute schon für ihre Zukunft übernehmen wollen“, so die Umweltdezernentin. Außerdem arbeiteten die Kinder bei diesem Projekt heraus, wie viele Arten von z.B. Kühen oder Äpfeln gibt und wie wichtig die genetische Vielfalt für die Widerstandsfähigkeit ist. Ebenfalls verdeutlicht wurde, was passiert, wenn eine Art ausstirbt. Dies ist bspw. bei der Biene in China der Fall, der Mensch muss aufwändig die Blütenbestäubung übernehmen. „Die Kinder waren sehr bewegt davon, dass es diese Situation tatsächlich schon gibt“, erklärte die Umweltpädagogin.

Was bedeutet überhaupt, „verantwortungsvolle Landwirtschaft“ zu betreiben und „nachhaltige Lebensmittel“ zu produzieren und welche Rolle spielen wir als Konsumenten? Diesem spannenden Thema gingen während der Eli-Nachhaltigkeitstage 16 SchülerInnen der 8. gemeinsam mit Anika Oppermann, einer Ernährungswissenschaftlerin vom Erfahrungsfeld Bauernhof e.V. nach. Nach einem theoretischen Einstieg in das Thema besuchten sie am zweiten Projekttag zwei regionale landwirtschaftliche Betriebe: Paul`s Bauernhof in Hofheim-Wallau sowie den Scholzenhof in Wiesbaden-Nordenstadt, der nach Bioland-Richtlinien wirtschaftet. Mit dem Fokus darauf, was verantwortungsvolle Landwirtschaft bedeutet, entdeckten die Schülerinnen bei Paul`s Bauernhof wie z.B. durch Rindenmulch und Tröpfchenbewässerung der Heidelbeersträucher verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser umgegangen werden kann, und dass Insekten als biologische Schädlingsbekämpfung bei den Himbeeren eingesetzt werden können. Landwirt Ditmar Kranz vom Scholzenhof erläuterte den Schülerinnen zunächst die wesentlichen Unterschiede zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft, und welche Herausforderungen sich dadurch im Spannungsfeld Ökologie und Ökonomie ergeben. Das konnten die 8. KlässlerInnen auch schnell praktisch feststellen: Wird z.B. der Kartoffelacker nicht mit Herbiziden behandelt, so konkurrieren die unerwünschten Beikräuter mit den Kartoffelpflanzen und behindern so das Wachstum der Kartoffelpflanzen. Möchte der Biolandwirt das verhindern, hat er also erheblichen Mehraufwand, um eine gute Kartoffelernte zu erzielen. Auch das Thema Nutztierhaltung konnten sie sinnlich erleben, als Bauer Kranz ihnen das Hühnermobil öffnete, damit sie die Hühner beim Eierlegen beobachten konnten und sogar streicheln durften. Am dritten Projekttag reflektierten und diskutierten die Schülerinnen zunächst darüber, welche Aspekte zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Landwirtschaft gehören. In dem Zusammenhang beleuchteten sie nicht nur die Rolle und Verantwortung der Landwirte, sondern auch die der Verbraucher. Die 8. KlässlerInnen verkosteten konventionelle und biologische Erdbeeren, diskutierten lebhaft über verschiedene Label, die auf ihren Lieblingsprodukten zu finden waren, und suchten im nahegelegenen Supermarkt nach nachhaltigen Alternativen. Die SchülerInnen waren sich letztendlich einig, dass sie als Verbraucher eine wichtige Verantwortung haben, sich differenziert über die Herstellung ihrer Lebensmittel zu informieren und Informationen kritisch zu hinterfragen.

Rund um die Biene vermittelte Katrin Conzelmann-Stingl, Initiatorin der gemeinnützigen Hofheimer Ecokids und Imkerin, in einem Projektmodul spannende Einblicke in die Welt der Honigbiene. Die Schüler und Schülerinnen probierten aus, was man aus den Bienenprodukten herstellen kann. Aus Wachs z.B. stellten die Kinder umweltfreundliche ‚Folie‘ und Lippenbalsam her. Spannend fand die Referentin in diesem Zusammenhang, wie vorurteilsfrei und mutig die SchülerInnen bei den Bienen waren. Nach kurzer Überwindung haben die Kinder sogar Drohnen auf der Hand gehabt und erlebt, dass die Bienen sehr friedfertige Wesen sind, die mitnichten einfach stechen. Die Kleine Bienenschule, einem Projekt der Ecokids, möchte mit ihren Lernansätzen die Bedeutung dieser wichtigen Insekten vermitteln und Spaß am Erleben und Arbeiten an und mit der Biene erzeugen. Dazu gehört Naturschutz ebenso wie naturnahes Gärtnern. In einem weiteren Angebot dieser Initiative mit dem Namen „Körper Sprachlos“, haben die Kinder aus transparenter Folie sich selbst als lebensgroße Plastikhülle genäht, die danach mit trockenen Plastikabfällen „gefüttert“ und gefüllt wurde. Mit diesem Vorgehen möchten die Schüler und Schülerinnen auf die aktuelle Müllproblematik hinweisen. Die Sprachlos-Körper wurden am letzten Tag an der Schulfassade ausgestellt und sollen in Zukunft auch in der Stadt präsentiert werden. Sie sollen die Stadtbewohner begleiten, „aufrütteln“ und Aufmerksamkeit erzielen. Als erstes ist eine Ausstellung auf dem Fairen Markt der Möglichkeiten im Haus der Jugend geplant.

Hätten Sie gedacht, dass jeder Mensch in Deutschland 37 kg Plastikmüll pro Jahr produziert? Über Bäche und Flüsse gelangen weltweit 8 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr ins Meer. Was hat das für Auswirkungen im Meer? Brauchen wir überhaupt so viele in Plastik verpackte Dinge? Geht es nicht auch ohne? Diese Fragen wurden in einer weiteren Veranstaltung aufgegriffen. Die Kinder waren vor allem davon irritiert, wie viel Müll von den Menschen einfach auf dem Boden durch Wegwerfen entsorgt werden, obwohl in unmittelbarer Nähe ein Mülleimer steht. Um dies zu beweisen, haben die Kinder davon Fotos gemacht. Die Kinder stellten bspw. eigenständig Deo und Peeling im Workshop her und konnten so für sich plastikfreie Alternativen erfahren, die ihnen laut der Referentin, Nadja Israel, Diplom Biologin, so wichtig sind.

Beim „Nachhaltigen Artenschutz durch Monitoring“ durften die Kinder im nahegelegenen Wald Spuren heimischer Säugetiere suchen. Fachmännisch betreut wurden sie von, Chris Baumann, Archäozoologe, und Niklas Seebens, Biologielehrer und Umweltpädagoge, die anhand der Spuren wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich des Bestandes bestimmter Wildtierarten gewinnen möchten. Am letzten Tag wurde sogar zusammen ein Köderstock am Rand einer Streuobstwiese angebracht, welcher für das Monitoring von Wildkatzen häufig zum Einsatz kommt. Die Taunusregion zählt zu den Wildkatzenreichsten Gebieten Deutschlands und ist deshalb ein sehr wichtiges Kerngebiet für den Schutz dieser bedrohten Spezies. Die Schüler möchten im Winter, wenn die Paarungszeit der Wildkatzen ist, Baldrian als Lockmittel an dem Stock ausbringen und eine Wildkamera aufhängen, um zu sehen, ob die scheue Wildkatze auch bis nach Hofheim vordringt. Dieser Enthusiasmus der Schüler hat die Betreuer sehr beeindruckt. Ein Schüler fragte sogar, ob die Referenten auch mit seiner Klasse eine richtige Exkursion mit Tierbeobachtungen in den Wispertaunus machen könnten. Als sie ihm sagten, dass es dort kein Empfang für Handy oder Internet gibt, wir das aber gerne machen könnten, erwiderte er: „Wenn Sie das so machen, wie die letzten drei Tage und wir noch Tiere sehen, dann verzichte ich gerne auf mein Handy!“ Diese Aussage hat sie sehr bewegt.

Auch das Thema “Schokolade und fairer Handel” wurde während den Aktionstagen aufgegriffen. Angeleitet durch Stephanie Lehrian (Dipl.-Biol. und Umweltpädagogin) und Johanna Kiefer (Dipl.-Geogr. und Umweltpädagogin) warfen die TeilnehmerInnen einen Blick hinter die Kulissen der Schokoladenproduktion: Entlang der Handelskette von der Kakaobohne bis hin zur fertigen Tafel Schokolade deckten sie unfaire Bedingungen auf und entwarfen Handlungsoptionen, um diese zu verändern. Das eigene Konsumverhalten wurde überdacht und positive und negative Aspekte des Fairen Handels und der ökologischen Landwirtschaft ausführlich diskutiert. Während eines Ausflugs in den Weltladen Oberursel und einer Rallye durch die Oberurseler Innenstadt wurden die Schülerinnen und Schüler angeregt, weitere Produkte aus den “Ländern des Südens” genauer unter die Lupe zu nehmen und sie unter dem Aspekt “Nachhaltigkeit” zu prüfen. Durch ausführliche Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Weltladens, die Projekte des fairen Handels in Ländern wie Tansania durch eigene Besuche gut kennen, wurden diese lebendig. Leckere Kostproben wie in Ghana hergestellte Schokolade, fair gehandelte Nougat-Creme und getrocknete Mangostreifen rundeten den Vormittag ab. An dieser Stelle sei Frau Bentrup und dem Team des Weltladens Oberursel für das ansprechende und perfekt organisierte Angebot herzlich gedankt.

In einem weiteren Workshop wurde mit der 8. Klasse das Thema Palmöl aufgegriffen. Die Kinder haben dabei u.a. selbst Schokocreme angerührt. Als sie dies nach der Rezeptur von Nutella durchführten, waren sie laut der Referentin, Marianne Klute von Verein Rettet den Regenwald über die Tatsache, dass mehr als die Hälfte aus Palmöl und ein Viertel aus Zucker besteht, schockiert. Anders dagegen das palmölfreie Rezept aus echter Schokolade mit Butter und Haselnüssen. Die Klasse verfasste daraufhin einen Brief an die Firma Ferrero mit der Aufforderung mehr Verantwortung für Mensch und Natur zu übernehmen. Das Projekt entführte die Teilnehmenden auf die andere Seite unserer Erde und öffnete ihre Augen für den Zusammenhang von unserem Konsum hier und des Verlustes des Regenwaldes, Grundlage für das Leben vieler Lebenswesen, dort.

Zum Thema Erneuerbaren Energien, führten das Team von den Energie-Profis, Frieder Schnaith, Ingenieur der Nachrichtentechnik und Horst Braun, Ingenieur der Elektrotechnik und das MINT-Team von Provadis unter Leitung von Herrn Manfred Mahler das Modul zum Thema „Erneuerbare Energien“ durch. Die Kinder bauten mit großem Spaß ein solarbetriebenes Auto, das auf dem Schulhof gleich ausprobiert werden konnte. Außerdem lernten sie viel über die Geschichte des Automobils. Erstaunt waren die SchülerInnen vor allem davon, dass im heutigen Autobau vieles gar nicht neu, sondern bereits vor vielen Jahren, ja z.T. vor Jahrzehnten, bereits entwickelt und auch gebaut wurde; z.B. hatte der erste Wagen einen Elektroantrieb und es gab diesen schon 50 Jahre früher (1873) als den legendären Benz Patentwagen mit Benzinmotor. Die Schülerinnen und Schüler haben sich während der Veranstaltung des MINT-Teams von Provadis interessiert und engagiert mit den Energie-Problemen der fiktiven Insel Amberta beschäftigt, wobei sie sich selbst zunächst durch sieben Experimentierstationen forschend zu „Experten“ weiterbilden konnten.  Die Betreuenden waren positiv überrascht davon, mit welchem Eifer und mit welcher Freude die Schülerinnen und Schüler bei der Sache waren und wie mutig und kreativ sie sich der doch anspruchsvollen Aufgaben zur Rettung der Insel gestellt haben. Den Pädagogen war vor allem wichtig, dass den Teilnehmenden die Grundprinzipien der Energiegewinnung, des Begriffs „Energie“ und die Komplexität der gesamten Fragestellung deutlich wurden, ebenso wie die Tatsache, dass es im Hinblick auf das übergeordnete Thema Nachhaltigkeit nicht nur „die eine richtige“ Lösung geben kann. „Durch ihre diversen Lösungsansätze und die Bereitschaft, die Ideen der anderen Teams konstruktiv zu diskutieren, haben die Schülerinnen und Schüler unserer Meinung nach gezeigt, dass sie den kommenden Herausforderungen in Punkto Nachhaltigkeit durchaus gewachsen sein werden“, berichteten die Pädagogen.

Außerdem wurden die Schülerinnen und Schüler auch an die globale Elektronikproduktion herangeführt. Mittels eines Workshops von den Pädagoginnen des Vereins Nager IT e. V., Lena Becker und Verena Kaiser, erhielten die Kinder die Möglichkeit faire Computermäuse herzustellen. Trotz einiger Schwierigkeiten verloren sie nicht den Mut, und waren im Anschluss in der Lage, das Erlebte zu beschreiben und auch mit den Arbeitsbedingungen in den Fabriken in China zu vergleichen. Besonderen Anklang fand auch die Arbeit mit der Weltkarte, bei der sich die Kinder mit der Verteilung der Weltbevölkerung und deren Einkommen, sowie Rohstoffabbau und -weiterverarbeitung beschäftigen konnten. „Das Interesse der SchülerInnen am Weltverteilungsspiel, das Eigene Erleben einer bestimmten Tätigkeit und das erarbeitete bunte Sammelsurium an Handlungsoptionen zeigt, wie wichtig eine globale Perspektive und ein Perspektivenwechsel sind, um für sich persönlich Handlungsoptionen zu erkennen“ erklärte eine der Referentinnen.

Die Landeskoordinatorin hessischer Umweltschulen und Fachberaterin für Bildung nachhaltiger Entwicklung am Hessischen Kultusministerium, Silke Bell, hat in ihrem Workshop mit den SchülerInnen Zukunftsbilder von einer Zukunft, in der wir gerne und glücklich leben wollen, gesammelt. In ihren Zukunftsbildern stellte sich heraus, dass es für die SchülerInnen wichtiger ist, wie sie in Zukunft wohnen und arbeiten, wichtiger als Energie-, Mobilitäts- oder Agrarwende. Viele wünschten sich sozialere Wohnformen, die einer Vereinsamung der Gesellschaft entgegenwirken, viele hatten aber auch das Zukunftsbild eines ganz „klassischen“, konventionellen Familienleben vor Augen. Hinsichtlich des Arbeitsalltags besteht der Wunsch nach Selbstverwirklichung gemäß den eigenen Fähigkeiten und Neigungen. Auch der Aspekt, in den Arbeitsprozessen selbstbestimmt zu sein, beispielsweise in der Einteilung der Arbeitszeit, war ihnen wichtig. Während des Workshops wurde zu diesen Ergebnissen auch gemeinsam darüber diskutiert, welche Schritte dazu benötigt werden.

Während den Aktionstagen wurde durch Celine Unger, einer Ernährungsberaterin, bei „Küchen Keie“ in Diedenbergen mit viel Spaß gemeinsam nachhaltig gekocht. Dabei lernten die Kinder viel über die Herkunft, Erzeugung und Transport der Nahrungsmittel sowie über deren Regionalität, Saisonalität und Gesundheit kennen. Der Unterschied zwischen Selbstgemachtem und Fertigprodukten wurde dabei anhand eines Duells zwischen „Fertigpizza vs. Selbstgemachter Pizza“ ebenfalls verdeutlicht und hat alle begeistert.

Letztendlich konnte den ca. 300 Kindern der Klassen 6 bis 8 während der Nachhaltigkeitstage in der Elisabethenschule ein sehr umfangreiches und vielfältiges Kenntnisfeld zum Thema Nachhaltigkeit vermittelt werden. Neben den vorgestellten Workshops wurden bei weiteren Veranstaltungen auch die Themen Cradle to Cradle, Kreislaufwirtschaft, dem Waldschutz, und Wildkräuter bearbeitet. Die Kinder hatten viel Spaß und begeisterten sich sehr für die Workshops und den für ihre Zukunft so wichtigen Themen.

Autorin: Natalie Blees
August 2019